Wann es sinnvoll für dich ist ein Coaching zu machen

Vielleicht gehörst du zu den Menschen, die sich fragen, ob ein Coaching für sie sinnvoll ist, oder ob eine Therapie der bessere Weg wäre. In diesem Artikel spreche ich über wichtige Merkmale des Coachings und die 7 Phasen des Coachingprozesses. Außerdem teile ich meine eigenen Erfahrungen mit Therapie und Coaching mit dir.

Wenn du eine Superkraft haben könntest, welche wäre das und wofür würdest du sie nutzen?
Im Coaching bekommst du keine Ratschläge, sondern der Coach unterstützt dich durch teilweise ungewöhnliche Fragen und spezielle Methoden dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und selbst die für dich beste Lösung deines Problems zu finden. Dabei übernimmt deine Coachin die Rolle „einer Kutscherin“, das heißt du gibst vor, wohin du willst, und deine Coachin unterstützt dich dabei, dein Ziel zu erreichen.

Grundsätzlich ist Coaching für dich richtig, wenn du weder stark depressiv bist noch mitten in einem Burn out steckst oder unter Panikattacken oder ähnlichem leidest.  Coaching dient der Entfaltung deines persönlichen und beruflichen Potentials, Therapie dient der Heilung eines psychischen Leidens. Trotzdem habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass Coaching auch bei einer leichten bis mittelschweren Depression sehr hilfreich sein kann. Dies bestätigt mir auch die Arbeit mit meinen Klienten.

Nicht „Warum ist das so?“, sondern „Wie geht das anders?“
Um Coaching ganz allgemein von Therapie abzugrenzen, lässt sich sagen, dass im Coaching der lösungsorientierte Ansatz im Vordergrund steht. Da wir uns im Problemzustand oft genug mit diesen bohrenden „Warum-Fragen“ beschäftigen („Warum bin ich bloß so blockiert, ängstlich, traurig und faul… ?“) kann es aktivierend wirken, direkt den Fokus darauf zu legen, wie ich diese Gedanken wirklich loswerden kann.  

Wie genau läuft ein Coachingprozess ab?
Ein weiterer Unterschied zur Therapie ist, dass Coaching im Regelfall schneller zu einem Ergebnis führt. Das hängt auch damit zusammen, dass es leichter ist, einen Coach mit Kapazitäten zu finden, als eine Therapeutin, die freie Therapieplätze hat. Insbesondere seit der Pandemie hat sich die Situation deutlich verschärft – die meisten Therapeutinnen sind völlig überlastet.

Vorausgesetzt also, du entscheidest dich, für die Lösung deiner Probleme Geld in die Hand zu nehmen, kann Coaching für dich eine gute Option sein, um deine Blockaden in überschaubarer Zeit zu überwinden und in deine Klarheit zu kommen. In der Regel arbeiten wir im Coaching ca. sechs bis acht Wochen. Solltest du zurzeit ALG I oder ALG II beziehen, kannst du das Coaching eventuell sogar über einen AVGS finanzieren.

Hast du dich für die Arbeit mit einer Coachin entschieden, wird diese in Phase 1 dein Thema und deinen Veränderungswunsch grob skizzieren. Danach wird ein Vertrag geschlossen, d.h. der finanzielle und der zeitliche Rahmen werden abgesteckt. Eventuell können die Kosten steuerlich geltend gemacht werden. Dazu gern im Rahmen eines Erstgesprächs mehr.

In Phase 2 des Coachingprozesses wird das Coachingziel festgelegt. Zentral dabei ist, dass das gefundene Ziel SMART ist, sprich „spezifisch“, „machbar“, „attraktiv“, „realistisch“ und „terminiert“. Um ein Beispiel zu nennen: „Ich werde innerhalb der nächsten sechs Monate meine Stelle als Projektmanagerin auf 50 Prozent reduzieren und mir parallel dazu ein zweites Standbein als selbstständige Unternehmensberaterin aufbauen.“

Vielleicht gibt es für dich gerade bloß ein diffuses „So-nicht-mehr“.  Du kannst deinen Vorgesetzten nicht mehr ertragen oder deine Partnerin oder deine Aufschieberitis. Es gibt Phasen im Leben, in denen wir maximal wissen, was wir nicht mehr wollen. Wir haben kaum eine kaum eine Vorstellung davon,  was wir stattdessen wollen. Das macht nichts, dafür ist Coaching da.

In Phase 3 erfolgen die Ressourcenidentifikation und die Bestandsaufnahme möglicher Hindernisse. Die Fragen hier sind folgende: Was ist förderlich für die Erreichung deines Ziels? Was ist hinderlich? Was bringst du mit an Fähigkeiten und Eigenschaften? Du wirst immer als „Individuum in deinem System“ betrachtet. Bevor wir eine Veränderung anstreben, schauen wir uns an, was diese für dich und dein Umfeld für Folgen haben könnte. Denn nicht alle von uns angestrebten Veränderungen lassen sich reibungslos umsetzen. Vielleicht willst du – wie im Beispiel oben – deine Stunden reduzieren. Doch das Arbeitspensum in deiner Firma ist so hoch, dass schon allein die Frage nach weniger Stunden zu einem Wutanfall deines Vorgesetzten führt. Wie gehst du damit um?, wird dann die nächste Frage sein.

Die Phase 4 beschäftigt sich mit den Hindernissen die der Umsetzung deiner Ziele im Weg stehen. Das ist die Veränderungsphase. Hier gehen wir einmal tief hinein in deinen “Problemzustand”. Wir schauen uns sehr genau an, wie das Problem entstanden ist und wie du es aufrechterhältst und verstärkst. Haben wir das verstanden, nutzen wir diese Erkenntnisse zum Finden deiner Lösung.

Konkret heißt das zum Beispiel, dass wir daran arbeiten, dass du statt der fiesen Worte deines inneren Kritikers eine „neue Stimme“ in deinem Inneren findest, die zum Beispiel sagt, dass du ein liebenswerter Mensch bist, der es wert bist, eine Arbeit zu machen, die Spaß macht und ohne dabei gemobbt zu werden. Dieser Teil des Prozesses ist für viele meiner Klientinnen am schwierigsten. Hier nutze ich gern NLP-Methoden. NLP arbeitet stark mit inneren Bildern und damit verbundenen Gefühlen. Diese tragen dazu bei, dass neue Perspektiven und Denkweisen sehr einfach integriert werden können.

Manchmal grenzt es fast an Magie, wie schnell und einfach manche Klientinnen Veränderungen umsetzen können. Plötzlich ist der Wutanfall des Chefs gar nicht mehr beängstigend und die gemeine Kollegin nur noch ein müdes Lächeln wert.

Nach der Veränderung folgt in der Phase 5 die Umsetzung. Das bedeutet, dass du dich ganz konkret in die Situationen begibst, die für dich problematisch sind und in denen du Schritt für Schritt das neue Denken und Verhalten integrierst. Das kann schnell und einfach gehen – nicht immer ist das der Fall. Speziell dann, wenn es sich um Verhaltensweisen oder Denkmuster handelt, die schon sehr lange ein Teil deines Denkens und Handels sind, dauert es zum Teil länger, bis du das Erlernte integrieren kannst.

In diesem Fall bekommst du im Coaching zwischen den Sitzungen noch die Chance, anhand von speziell auf dich zugeschnittenen Aufgaben – deinen „Challenges“ – Schritt für Schritt das neue Verhalten einzuüben. Um Neues als Gewohnheit in deinen Alltag einfließen zu lassen, brauchst du ca. acht Wochen. Das ist auch der Grund, warum Coachingprozesse gern auf einen Zeitraum von ca. sechs bis acht Wochen angelegt sind.  

Nach der Halbzeit des Coachings dient Phase 6 als “Korrekturschleife”.  Oftmals kommt es in diesem Zeitraum zu „Störungen“. Das neue Verhalten, das am Anfang vielleicht sogar ein “brillanter, persönlicher Erfolg” war, fühlt sich jetzt „doch nicht mehr so toll“ an. Oft kommen Zweifel, du fragst dich zum Beispiel: “Ist es nicht größenwahnsinnig mich selbstständig zu machen? Habe ich überhaupt das Zeug dazu? Gibt es Unternehmensberater nicht sowieso schon wie Sand am Meer?” Diese Phase ist besonders wichtig. Meines Erachtens sogar der wichtigste Teil. Jetzt ist ein enger Kontakt mit deinem Coach äußerst hilfreich, ansonsten könnte alle Arbeit davor umsonst gewesen sein. Es passiert, was wir aus der Vergangenheit nur allzu gut kennen: Wir fallen zurück in unsere alten Muster. Hier gehe ich mit meinen Klientinnen erneut gezielt in den Lösungszustand und „justiere nach“. Erst jetzt zeigt sich in der Regel der eigentliche Erfolg des Coachings.

Am Ende, in der Phase 7 des Coachingprozesses,  kommt die Rückschau und die genaue Analyse des Gelernten. Diese hilft dabei, die neu erlernten Denk- und Handlungsmuster dauerhaft zu integrieren und vielleicht sogar auf andere Lebensbereiche anzuwenden.

Abschließend möchte ich dich ermutigen, dich auch dann für ein Coaching zu entscheiden, wenn du vielleicht sogar in einer mittleren bis leichten Depression steckst. Ich kenne diesen Zustand gut, ich habe jahrelang unter Depressionen gelitten. Nachdem ich so gut wie alle kassenfinanzierten Therapieverfahren mehr oder weniger erfolglos durchlaufen bin, habe ich es mit NLP-basierter Veränderungsarbeit endlich geschafft, dauerhaft ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Das ist der Grund warum ich heute Coach bin – das, was mir eröffnet wurde, möchte ich gern vielen anderen Menschen möglich machen. Vielleicht auch dir? Dann lade ich dich sehr gern zu einem unverbindlichen Erstgespräch ein.


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Patricia Schulte
Coaching - Beratung - Training

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